Ein Monster-Staubteufel streift über die Marslandschaft
NASA/JPL/Universität von Arizona
Ein Monster-Staubteufel streift über die Marslandschaft
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In diesem Bild eines späten Frühlingsnachmittags baut sich ein Staubteufel von der Größe eines irdischen Tornados über der Marsoberfläche in Amazonis Planitia auf.

Die Länge des Schattens, den die Context Camera von MRO eingefangen hat, legt nahe, dass die Staubwolke eine Höhe von 20 Kilometern (12 Meilen) über dem Boden erreicht hat.
Diese Höhe bezieht sich auf die Oberseite der abgelösten Staubwolken oberhalb der Wolke; die kontinuierliche Säule ist nur ungefähr halb so groß. Trotz dieser ungeheuren Höhe ist die Wolke im Durchmesser nur 128 Meter breit, sodass sie ein schlangenähnliches Aussehen erhält, das durch Winde in großen Höhen verdreht wird. Dies ist ähnlich zu einem anderen Staubteufel, der vor kurzem in dieser Region entdeckt wurde.

Typische Tornados sind auf der Erde kleiner als 16 Kilometer, wohingegen Staubteufel auf unserem Planeten selten höher als einige hundert Yards (90m) sind. Warum also klassifizieren wir diese Wolke als einen Monster-Staubteufel und nicht als Mars-Tornado? Staubteufel unterscheiden sich von Tornados in ihrer Energiequelle. Sie werden von der Hitze auf der Oberfläche angetrieben, die von absorbiertem und wieder abgestrahlten Sonnenlicht stammt, das die Atmosphäre erwärmt. Die warme Luft steigt auf und dreht sich wenn sie sich zusammenzieht, geradeso wie ein Rollschuhfahrerin, die sich schneller dreht, wenn sie die Arme an den Körper zieht.

Tornados haben eine zusätzliche Energiequelle: die Hitze, die bei der Kondensation von Wasserdampf in flüssigen Regen abgegeben wird. Das kondensierende Wasser erzeugt den sichtbaren Teil des Tornados, den man den Kondensations-Trichter nennt, der aus Wassertröpfchen aufgebaut ist. Auf dem Mars ist zu wenig Wasserdampf in der Atmosphäre um einen signifikanten Beitrag zur atmosphärischen Konvektion auf lokalen Skalen beizutragen. Die Wolke, die wir in diesem Bild sehen wird durch Staubpartikel erzeugt, nicht Wassertröpfchen. Die erstaunlichen Höhen von Staubteufeln auf dem Mars sind möglich, da die Masse einer Atmosphärensäule auf dem Mars nur ein Prozent von einer solchen Säule auf der Erde ist. Wärmetransport von der Marsoberfläche in diese dünnere Atmosphäre kann eine kräftigere Konvektion erzeugen, die die Marsatmosphäre höher durchdringen kann, als ihre Gegenstücke auf der Erde.

Was würde nun passieren, wenn du dich im Weg des Staubteufels befändest? Da die Dichte der Marsatmosphäre so gering ist, ist es unwahrscheinlich -- selbst für einen Staubteufel hoher Geschwindigkeit -- dich umzuwerfen. Allerdings würdest du mit allen möglichen Sand- und Staubpartikeln beschossen werden, die vom Staubteufel mitgetragen werden und die das Sichtfenster des Raumanzugs sehr schnell verkratzen würden, wenn man im freien von diesem Monster eingefangen würde.

Dieser Vertex hat einen hellen Pfad hinterlassen, da seine Winde die staubbedeckte Oberfläche gestört haben, sodass man den Weg des Staubteufels vom Nordwesten in Richtung Südosten verfolgen kann. Ein Staub-"Rock", der doppelt so breit wie die Wolke selbst ist, ist in der Nähe des Sockels des Staubteufels zu sehen; der helle Pfad hat die Größe der Wolke und nicht des Rocks. Dutzende von kleineren Staubteufeln wurden ebenfalls im gleichen Context Camera Bild gesehen, konstant die Oberfläche absaugend und Staub in die Marsatmosphäre pumpend.

Übersetzung: Christian Velten

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Erfassungsdatum:
14 März 2012

Mars Ortszeit:
3:02 PM

Breitengrad (Zentrum):
35°

Längengrad (Ost):
202°

Distanz zum Ziel:
296 km

Originaler Bildmaßstab:
van 59 cm/pixel (mit 2 x 2 Mittelung) naar boven 118 cm/pixel (mit 4 x 4 Mittelung)

Maßstab der Kartenprojektion:
50 cm/pixel

Kartenprojektion:
Rectangular und Norden ist oben

Emissionswinkel:


Phasenwinkel:
40°

Sonnen-Einfallswinkel:
40°, mit der Sonne ca 50° über dem Horizont

Solarer-Längengrad:
83°, Nördlicher Frühling
JPEG
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Bild: NASA/JPL/University of Arizona

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Lockheed Martin Space Systems ist der Generalunternehmer für das Projekt und hat den Satelliten erstellt. Die HiRISE Kamera wurde von Ball Aerospace and Technology Corporation gebaut und wird durch die Universität von Arizona operiert.